DATEV mit KI verbinden: KI-Plattform oder Branchenlösung?
Was eine Steuerkanzlei braucht, um Langdock, ChatGPT, Claude oder Copilot selbst mit DATEV zu verbinden, was das kostet und wann eine Branchenlösung besser passt.
Inhalt
„Wie verbinde ich Langdock mit DATEV?“ und „Branchenlösung oder KI-Plattform?“ sind Fragen, die Kanzleiinhaber gerade häufig an KI-Assistenten stellen. Die Antworten zeigen meist eine Demo, aber selten, was danach dauerhaft zu tun ist. Dieser Artikel beschreibt das vollständige Rezept für eine selbst gebaute DATEV-KI, die öffentlichen Listenpreise der Bausteine, einen neutralen Vergleich mit einer Branchenlösung und eine Checkliste, wann der Eigenbau die bessere Wahl ist.
Eine selbst gebaute DATEV-KI ist eine allgemeine KI-Plattform, die über eine Schnittstelle Daten aus den DATEV-Programmen der Kanzlei liest und je nach Anbindung auch schreibt. Eine Branchenlösung ist ein Produkt, das diese Anbindung und die Abläufe für Steuerkanzleien fertig mitbringt. Wir bauen mit Clara selbst eine Branchenlösung. Gerade deshalb halten wir die Angaben zu den anderen Wegen nüchtern und belegen jede mit einer öffentlichen Quelle.
Was braucht eine Steuerkanzlei, um DATEV selbst mit KI zu verbinden?
Eine funktionierende Eigenbau-Lösung besteht aus fünf Bausteinen. Fehlt einer, läuft sie zwar in der Demo, aber nicht im Kanzleialltag.
1. Eine KI-Plattform mit Geschäftsvertrag
Gemeint ist ein Geschäftstarif, kein privater Account: Langdock, ChatGPT Business, Claude Team oder Microsoft 365 Copilot. Prüfen Sie, ob Eingaben zum Training genutzt werden. Bei Claude etwa schließt Anthropic das in Team und Enterprise standardmäßig aus. Für die DATEV-Anbindung muss die Plattform externe Werkzeuge über MCP einbinden können. Langdock nennt das MCP-Integration, Claude „Custom Connector“, in ChatGPT wird die Anbindung laut Riecken als Plugin im Workspace installiert.
MCP (Model Context Protocol) ist ein offenes Protokoll, über das eine KI Werkzeuge eines anderen Systems aufruft, zum Beispiel „Mandant suchen“ oder „offene Posten lesen“. Der MCP-Server stellt diese Werkzeuge bereit, die KI-Plattform entscheidet im Gespräch, wann sie welches aufruft.
2. Ein Weg an die DATEV-Daten
Für die Daten selbst gibt es drei Wege. Welche Schnittstellen DATEV grundsätzlich anbietet, steht ausführlich in unserem Überblick über die DATEV-Schnittstellen.
| Weg | Was die Kanzlei braucht | Für wen |
|---|---|---|
| DATEVconnect plus Gateway mit MCP-Server (z. B. Klardaten, Riecken) | DATEVconnect im Kanzleinetz oder in DATEVasp, Einrichtung des Connectors durch IT-Partner oder DATEV, Vertrag mit dem Gateway-Anbieter | Der übliche Weg für Langdock, Claude oder ChatGPT |
| DATEV Online APIs (DATEV-Datenservices) | Eine eigene Anwendung im DATEV Developer Portal, Prüfung und Freigabe durch DATEV nach den Schnittstellenvorgaben, Bestellung der Datenservices je Mandant | Kanzleien mit eigener Entwicklung, die wie ein Softwarehersteller auftreten |
| Export und Upload | Export aus dem DATEV-Programm (Excel, CSV, PDF), Upload in die KI-Plattform | Einzelne Auswertungen ohne Technik, zum Beispiel die SuSa-Vorprüfung |
Zum ersten Weg gehört eine Einschränkung von DATEV: DATEVconnect ist für das eigene Netzwerk gedacht, und DATEV rät davon ab, die Schnittstelle direkt über das Internet erreichbar zu machen. Eine Cloud-KI braucht deshalb einen Gateway-Anbieter dazwischen. In DATEV-SmartIT ist DATEVconnect nur über das Zusatzmodul Anbindung Drittanbieter für freigegebene Anwendungen nutzbar.
Was die KI über den Connector tun darf, unterscheidet sich je Anbieter erheblich:
- Klardaten deckt laut eigener Seite Rechnungswesen, DMS, Eigenorganisation comfort, Lohn und Gehalt, LODAS und Stammdaten ab. Verbindungen sind standardmäßig nur lesend. Die einzige Schreibaktion ist ein noch nicht festgeschriebener Buchungsstapel, der in DATEV geprüft wird. Im DMS kann die KI suchen und lesen, aber nicht ablegen.
- Riecken MCP for DATEV nennt 37 Werkzeuge in sieben Bereichen, darunter Stammdaten, Rechnungswesen und DMS mit Suchen, Lesen und Ablegen. Jede Änderung wird laut Riecken erst nach Bestätigung ausgeführt.
3. Verträge mit jedem, der Mandantendaten sieht
Jeder Anbieter, der Kenntnis von Mandantendaten erlangen kann, muss vorher vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet werden (§ 62a Abs. 3 StBerG). Dazu kommt die Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Die Bundessteuerberaterkammer weist in ihrem KI-FAQ darauf hin, dass ein solcher Vertragsschluss im Einzelfall kompliziert und zeitaufwändig sein kann und dass bei Anbietern, die im Ausland leisten, ein vergleichbares Schutzniveau sichergestellt sein muss (§ 62a Abs. 4 StBerG).
Bei einer selbst gebauten Lösung sind das mindestens:
- Die KI-Plattform. Langdock führt im Trust Center eine Auftragsverarbeitung und eine Berufsgeheimnisträger-Zusatzvereinbarung. Bei anderen Plattformen fragen Sie gezielt danach, bevor die ersten Mandantendaten fließen.
- Die Modellanbieter hinter der Plattform, soweit die Plattform sie als Unterauftragnehmer einsetzt. Hier prüfen Sie die Unterauftragnehmerliste der Plattform und die Verarbeitungsorte. Langdock schreibt etwa, dass die meisten Modelle in der EU laufen, einige nicht.
- Der DATEV-Connector. Riecken schreibt, dass die Vereinbarung zur Verschwiegenheit bei der Registrierung geschlossen wird. Bei jedem Anbieter gehört der Nachweis vor den Start.
- Der IT-Partner, wenn er bei Einrichtung oder Wartung Zugriff auf Daten hat.
- Jeder weitere Baustein, etwa eine Recherche-Datenbank oder ein Automatisierungswerkzeug, über den Mandantendaten laufen.
Warum eine Auftragsverarbeitung allein nicht reicht, erklärt unser Artikel § 203 StGB bei DATEV-Drittanbietern.
4. Die DATEV-Rechte je Mandant nachbilden
In DATEV sieht nicht jeder Mitarbeiter jeden Mandanten. Gesperrt sind oft die Lohndaten von Kollegen, Mandanten von Gesellschaftern oder einzelne Mandate. Eine KI darf diese Grenzen nicht aufheben. Prüfen Sie deshalb drei Punkte:
- Mit welchem DATEV-Benutzer arbeitet der Connector? DATEVconnect arbeitet mit einem Windows-Benutzer, der in der DATEV Rechteverwaltung mit einem DATEV-Benutzer verknüpft ist. Was dieser Benutzer sieht, kann die KI lesen.
- Wer nutzt die Verbindung? Laut der Klardaten-Anleitung für Langdock ist eine OAuth-Verbindung persönlich, ein geteilter Agent läuft aber mit der Verbindung seines Erstellers. Wer einen Agenten für das ganze Team freigibt, gibt damit die Sicht dieser Person frei.
- Wo pflegen Sie Einschränkungen? Riecken bietet je Nutzer und DATEV-Server eine Freigabe- oder Sperrliste von Mandanten und eine Auswahl der erlaubten Werkzeuge. Diese Listen müssen Sie bei jedem Eintritt, Austritt und jeder geänderten Sperre in DATEV mitpflegen.
5. Eine Person, die Abläufe und Technik pflegt
Nach der Einrichtung beginnt die eigentliche Arbeit. Jemand in der Kanzlei muss:
- Agenten, Anweisungen und Vorlagen schreiben, testen und nach Modellwechseln erneut prüfen,
- für jedes schreibende Werkzeug festlegen, ob es eine Bestätigung braucht. In Langdock brauchen neu gespeicherte MCP-Werkzeuge standardmäßig keine Bestätigung, sie lässt sich je Werkzeug einschalten,
- Abläufe im Hintergrund, etwa „bei jeder neuen Mail“, als eigene Workflows bauen und deren Kosten begrenzen,
- Verbindungen, Zertifikate und Lizenzen nach DATEV-Updates prüfen,
- die Rechte aus Baustein 4 aktuell halten,
- dokumentieren, wie alles zusammenhängt, damit es eine Vertretung übernehmen kann.
Was kosten die Bausteine?
Die folgende Tabelle enthält nur Preise, die die Anbieter selbst veröffentlichen. Ob ein Preis netto oder brutto ist und welche Laufzeit gilt, steht auf der jeweiligen Seite.
| Baustein | Listenpreis laut Anbieter | Einheit |
|---|---|---|
| Langdock Business | 25 € (Business Max mit fünffachem Kontingent: 99 €), zzgl. USt. | je Nutzer und Monat |
| Langdock Workflows | Starter im Tarif enthalten (2.500 Läufe), KI-Nutzung zu API-Preisen | je Workspace |
| Claude Team | Standard 25 $ monatlich oder 20 $ bei jährlicher Zahlung, Premium 125 $ oder 100 $ | je Nutzer und Monat |
| Microsoft 365 Copilot Business | ab 18,20 €; bei Abschluss vom 1.7. bis 31.12.2026 im ersten Jahr ab 15,60 €; Jahresabo; nur zusätzlich zu einem Microsoft-365-Business-Tarif | je Nutzer und Monat |
| Klardaten DATEVconnect Gateway | 85 € bei jährlicher, 99 € bei monatlicher Zahlung | je Kanzlei und Monat |
| Klardaten MCP-Server (Zusatz zum Gateway) | 10 € bei jährlicher, 12 € bei monatlicher Zahlung | je Nutzer und Monat |
| Riecken MCP for DATEV | Basic 49 €, Professional 79 € | je angebundenem DATEV-System und Monat |
| DATEVconnect (Art.-Nr. 95280) | 0,00 € | Monat |
| DATEVconnect Dokumentenmanagement (Art.-Nr. 63218) | 21,00 € | Monat |
| DATEVconnect Kontobuchungen (Art.-Nr. 95355) | 5,51 € | Monat |
Stand: 21. Oktober 2026. ChatGPT Business rechnet ebenfalls je Nutzer und Monat ab, die Preise stehen auf der Preisseite von OpenAI.
Zwei Kostenarten fehlen in jeder Preisliste. Erstens die nutzungsabhängigen Kosten: Langdock rechnet KI-Nutzung in Workflows zu API-Preisen ab, Microsoft erweiterte Copilot-Funktionen über Copilot-Credits. Zweitens die interne Arbeitszeit für Einrichtung, Pflege, Rechte und Tests. Sie ist bei einem Eigenbau in der Regel der größte Posten, und sie fällt nicht einmalig an, sondern jeden Monat.
Ein Rechenbeispiel mit den Listenpreisen oben, ohne interne Zeit: Eine Kanzlei mit 10 Nutzern, Langdock Business und Klardaten mit MCP-Server (jährliche Zahlung) kommt auf 10 × 25 € + 85 € + 10 × 10 € = 435 € im Monat, dazu nutzungsabhängige Kosten und DATEV-Zusatzlizenzen je nach Funktion.
Selbst gebaut oder Branchenlösung: der Vergleich
| Kriterium | Selbst gebaut (KI-Plattform plus DATEV-Connector) | Branchenlösung für Steuerkanzleien |
|---|---|---|
| Einrichtung | Plattform, Connector, MCP-Verbindung und Agenten richtet die Kanzlei ein; den Connector installiert der IT-Partner oder DATEV | Der Anbieter richtet die Anbindungen ein; die Kanzlei liefert Zugänge und Rechte |
| Laufende Kosten | Plattform je Nutzer, Gateway und MCP je Kanzlei, System oder Nutzer, nutzungsabhängige KI-Kosten, DATEV-Zusatzlizenzen, interne Zeit | Lizenz des Anbieters, DATEV-Zusatzlizenzen je nach Funktion, interne Zeit vor allem in der Einführung |
| Verträge nach § 62a StBerG und Art. 28 DSGVO | Mit jedem Baustein einzeln: Plattform, Connector, IT-Partner, weitere Werkzeuge | Ein Vertrag mit dem Anbieter, der seine Unterauftragnehmer verpflichten muss |
| DATEV-Rechte je Mandant | Hängen am DATEV-Benutzer des Connectors; Einschränkungen je Mitarbeiter pflegt die Kanzlei im Connector | Je nach Produkt; prüfen, ob es die DATEV-Rechte übernimmt und wie Änderungen nachgezogen werden |
| Schreibende Aktionen | Je Connector verschieden; Bestätigung je Werkzeug einstellen | Freigabeschritt im Produkt vorgegeben; prüfen, wofür er gilt |
| Arbeit im Hintergrund, etwa bei jeder neuen Mail | Als eigener Workflow zu bauen und zu bezahlen | Bei vielen Lösungen der Kern; prüfen, welche Abläufe enthalten sind |
| Pflege von Anweisungen und Abläufen | Die Kanzlei | Grundlogik der Anbieter, eigene Regeln die Kanzlei |
| Wenn die zuständige Person geht | Ihr Wissen über Agenten, Verbindungen und Rechte geht mit; geteilte Agenten hängen an ihrer Verbindung | Ansprechpartner beim Anbieter; Einstellungen liegen im Produkt |
| Flexibilität | Hoch: eigene Anwendungsfälle, Modellwahl, auch für Verwaltung und Marketing | Auf die Aufgaben beschränkt, für die das Produkt gebaut ist |
| Abhängigkeit | Von mehreren Anbietern; einzelne Bausteine lassen sich austauschen | Von einem Anbieter; ein Wechsel heißt neues Produkt |
Beide Wege nutzen am Ende dieselben offiziellen DATEV-Schnittstellen. Der Unterschied liegt darin, wer die Teile zusammensetzt, wer die Verträge schließt und wer die Lösung dauerhaft betreut.
Wann ist selbst bauen sinnvoll?
Der Eigenbau ist eine gute Wahl, wenn die meisten dieser Punkte auf Ihre Kanzlei zutreffen:
- Es gibt eine Person mit Zeit und Interesse, die Plattform, Connector und Agenten verantwortet, und eine Vertretung.
- Die Kanzlei nutzt bereits eine KI-Plattform mit Auftragsverarbeitung und Verschwiegenheitsvereinbarung.
- Die wichtigsten Anwendungsfälle sind gezielte Fragen an DATEV-Daten: Auswertungen, Mandantenstammdaten, Recherchen im DMS.
- Die KI soll vor allem dann arbeiten, wenn jemand sie fragt, nicht im Hintergrund bei jeder Mail.
- Die DATEV-Rechte sind einfach, etwa weil alle Mitarbeiter alle Mandanten sehen dürfen, oder lassen sich im Connector sauber abbilden.
- Sie wollen eigene Anwendungsfälle bauen, die kein Produkt abdeckt, auch außerhalb der Steuerberatung.
- Sie wollen das Modell selbst wählen und Bausteine austauschen können.
Eher für eine Branchenlösung spricht:
- Niemand in der Kanzlei soll dauerhaft Technik betreuen.
- Die KI soll ohne Zutun arbeiten, etwa jede eingehende Mail einordnen, Antworten entwerfen und die Ablage ins DATEV DMS vorbereiten.
- Die DATEV-Rechte sind differenziert und ändern sich oft.
- Die Kanzlei möchte möglichst wenige Verträge nach § 62a StBerG prüfen und überwachen.
Viele Kanzleien nutzen beides: eine KI-Plattform für freie Arbeit wie Texte, Excel und Recherche, und eine Branchenlösung für Postfach und Akte. Wie sich Langdock und Clara im Einzelnen unterscheiden, steht im Vergleich Langdock und Clara.
Erst die Abläufe, dann das Werkzeug
Ob selbst gebaut oder gekauft: Eine KI arbeitet so gut wie die Anweisungen, die sie bekommt. Kanzleien, die ihre Abläufe in einem Kanzleihandbuch beschrieben haben, etwa wie ein Bescheid geprüft wird, wann Unterlagen nachgefordert werden oder wie abgelegt wird, kommen mit beiden Wegen schneller zu brauchbaren Ergebnissen. Beim Eigenbau werden diese Beschreibungen direkt zu den Anweisungen der Agenten. Bei einer Branchenlösung zeigen sie, welche Regeln und welches Kanzleiwissen Sie hinterlegen müssen. Hilfreich ist außerdem eine KI-Richtlinie für die Kanzlei, die festlegt, welche Werkzeuge mit Mandantendaten genutzt werden dürfen.
Weiterlesen: Welche DATEV-Schnittstellen gibt es? · § 203 StGB bei DATEV-Drittanbietern · 3 Fragen, die Steuerkanzleien KI-Anbietern stellen müssen · Pillar: DATEV-Automatisierung in der Kanzlei
FAQ
Kann ich Langdock mit DATEV verbinden?
Ja, über einen MCP-Server eines DATEV-Gateway-Anbieters. Klardaten und Riecken bieten solche Server an, Langdock bindet sie als MCP-Integration mit OAuth oder API-Schlüssel ein. Die Daten kommen über DATEVconnect aus dem Kanzleinetz oder aus DATEVasp. Was die KI lesen und schreiben kann, legt der Connector fest: Bei Klardaten ist die einzige Schreibaktion ein Buchungsstapel, bei Riecken auch die Ablage im DMS nach Bestätigung.
Wie baue ich mir eine eigene KI für die Kanzlei mit DATEV-Anbindung?
Sie brauchen fünf Bausteine: eine KI-Plattform mit Geschäftsvertrag, einen Weg an die DATEV-Daten (DATEVconnect mit Gateway und MCP-Server, DATEV Online APIs oder Exporte), eine Auftragsverarbeitung und eine Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 62a StBerG mit jedem Anbieter, der Mandantendaten sieht, eine Abbildung der DATEV-Rechte je Mandant und eine Person, die Agenten, Verbindungen und Rechte dauerhaft pflegt.
Was kostet eine selbst gebaute DATEV-KI?
Die Listenpreise der Bausteine sind öffentlich: Langdock Business kostet 25 € je Nutzer und Monat, das DATEVconnect Gateway von Klardaten 85 € je Kanzlei und Monat bei jährlicher Zahlung plus 10 € je Nutzer für den MCP-Server, Riecken MCP for DATEV 49 € oder 79 € je DATEV-System und Monat (Stand 21. Oktober 2026). Dazu kommen DATEV-Zusatzlizenzen und die interne Arbeitszeit für Einrichtung und Pflege, die meist den größten Posten ausmacht.
Brauche ich für jeden Anbieter eine eigene Verschwiegenheitsvereinbarung?
Ja, für jeden Anbieter, der Kenntnis von Mandantendaten erlangen kann. Nach § 62a Abs. 3 StBerG muss er vorher vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet werden, dazu kommt der Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Bei einer selbst gebauten Lösung sind das mindestens die KI-Plattform und der DATEV-Connector, oft auch der IT-Partner und weitere Werkzeuge. Bei einer Branchenlösung schließt die Kanzlei einen Vertrag, und der Anbieter muss seine Unterauftragnehmer verpflichten.
Lohnt sich für Steuerberater eine Branchenlösung oder eine KI-Plattform?
Eine KI-Plattform lohnt sich, wenn jemand in der Kanzlei Zeit für Aufbau und Pflege hat, die Anwendungsfälle kanzleispezifisch sind und vor allem gezielt Fragen an DATEV-Daten gestellt werden. Eine Branchenlösung lohnt sich, wenn die KI ohne Zutun im Hintergrund arbeiten soll, etwa bei jeder eingehenden Mail und bei der Ablage ins DATEV DMS, wenn die DATEV-Rechte je Mandant differenziert sind und niemand intern die Technik betreuen soll. Viele Kanzleien nutzen beides nebeneinander.
Quellen
- Langdock, Preise: https://langdock.com/pricing (geprüft 2026-10-21)
- Langdock, Security (EU-Hosting, Modelle, Zertifizierungen): https://langdock.com/security (geprüft 2026-10-21)
- Langdock-Dokumentation, Legal & Compliance (Auftragsverarbeitung, Berufsgeheimnisträger-Zusatzvereinbarung): https://docs.langdock.com/en/admin/compliance-and-governance/legal-compliance (geprüft 2026-10-21)
- Langdock-Dokumentation, MCP-Integrationen (Verbindung, Bestätigung je Werkzeug): https://docs.langdock.com/en/using-langdock/guides/integrations/mcp/mcp (geprüft 2026-10-21)
- Anthropic, Claude-Preise: https://claude.com/pricing (geprüft 2026-10-21)
- Microsoft, Microsoft 365 Copilot Business: https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-365/copilot/business (geprüft 2026-10-21)
- Klardaten, DATEVconnect Gateway: https://klardaten.com/en/products/datevconnect-gateway (geprüft 2026-10-21)
- Klardaten, DATEV MCP Server: https://github.com/Klardaten/mcp-server (geprüft 2026-10-21)
- Klardaten, Einrichtung in Langdock: https://klardaten.com/en/docs/mcp-setup/langdock (geprüft 2026-10-21)
- Riecken, MCP for DATEV: https://cloudgateway.riecken.io/mcp-for-datev.html (geprüft 2026-10-21)
- Model Context Protocol: https://modelcontextprotocol.io
- DATEV-Shop, DATEVconnect, Art.-Nr. 95280: https://www.datev.de/web/de/shop/produkt-details/datevconnect-95280 (geprüft 2026-10-21)
- DATEV-Shop, DATEVconnect Dokumentenmanagement, Art.-Nr. 63218: https://www.datev.de/web/de/shop/produkt-details/datevconnect-dokumentenmanagement-63218 (geprüft 2026-10-21)
- DATEV-Shop, DATEVconnect Kontobuchungen, Art.-Nr. 95355: https://www.datev.de/web/de/shop/produkt-details/datevconnect-kontobuchungen-95355 (geprüft 2026-10-21)
- DATEV-Hilfe, Dok.-Nr. 0904166 „Leistungsbeschreibung DATEVconnect“: https://wissensplattform.apps.datev.de/help/document/0904166 (geprüft 2026-10-09)
- DATEV-Hilfe, Dok.-Nr. 1000736 „DATEVconnect einrichten“: https://wissensplattform.apps.datev.de/help/document/1000736 (geprüft 2026-10-09)
- DATEV Developer Portal, Hilfe & Kontakt: https://developer.datev.de/de/help (geprüft 2026-10-09)
- DATEV-Marktplatz, DATEV Schnittstellen Anbieter: https://www.datev.de/web/de/marktplatz/datev-schnittstellen-anbieter (geprüft 2026-10-21)
- DATEV, Eigene Schnittstelle entwickeln: https://www.datev.de/web/de/steuerberatung/wissen-weiterbildung/themen-im-fokus/schnittstellen/eigene-schnittstelle-entwickeln (geprüft 2026-10-21)
- Bundessteuerberaterkammer, FAQ: KI im steuerberatenden Berufsstand (Stand 27. Januar 2026): https://www.bstbk.de/downloads/bstbk/digitalisierung/BStBK_FAQ-KI_end.pdf (geprüft 2026-10-21)
- § 62a StBerG: https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__62a.html
- § 203 StGB: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__203.html
Stand: Oktober 2026. Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe DATEV-Praxis.



